Grundsätzliches zum Medienbestand

Um die Schulbibliothek als attraktiven Ort des Lesens und als Informationszentrum der Schule gleichermaßen zu etablieren, ist es wichtig, dass ihr Medienangebot einerseits den Erwartungen und Wünschen ihrer Nutzer/innen (Schüler/innen & Lehrer/innen) entspricht, andererseits aber auch den Anforderungen des Schulprofils gerecht wird. Der jeweilige Schultyp (Lehrpläne!) ist für den Medienbestand ebenso richtungsweisend wie innerschulische Schwerpunktsetzungen (z.B. Sport, Kunst, Musik, Medien, Science).

Darüber hinaus sollten sich aktuelle Schulentwicklungsprozesse im Medienbestand widerspiegeln. Beschäftigt sich eine Schule beispielsweise mit der Umsetzung einzelner Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Agenda 2030), kann die Bibliothek durch einen entsprechenden Medienbestand zum Thema einen wichtigen Beitrag für das Gelingen des schulischen Vorhabens leisten.

 

Bestandsaufbau und Bestandserweiterung

Ein professioneller Bestandsaufbau bzw. eine kompetente Bestandserweiterung orientiert sich an den schulspezifischen Aufgabenstellungen (= Schultyp, Lehrpläne, Schulprofil, Schwerpunkt), den Bedürfnissen des Lehrpersonals und nicht zuletzt an den Wünschen der Schülerinnen und Schüler und sorgt für ein vielfältiges, zeitgemäßes Bestandskonzept, das die unterschiedlichen Medienarten ebenso berücksichtigt wie den Anspruch nach einem ausgeglichenen Bestand in den einzelnen Fachgebieten auf Basis regelmäßig durchgeführter Bestandsanalysen.

 

Folgende Kriterien sind bei der Bestandserweiterung zu bedenken:

 
  • Vielfalt der Medienarten
 
  
 
  • schulische Erfordernisse
 
 
  • Lehrplan, Schulprofil, Schwerpunkte etc.
 
 
  • schulinterner Auftrag der Schulbibliothek

     
 
 
  • Leseförderung, Medienzentrum, Einbindung in ganztägige Angebote etc.
 
 
  • konzeptionelle Einbindung der Schulbibliothek in das pädagogische Gesamtkonzept der Schule
 
 
  • offene Lernformen, selbständige Lernphasen, Leseförderung, Vermittlung von Recherche- und Medienkompetenz, Umsetzung der VWA/DA etc.
 
 
  • Medien für Schüler/innen aller Altersstufen
 
 
  • Freizeitlesen und unterrichtsbegleitende Medien
 
 
  • Medien für Lehrer/innen
 
 
  • Freizeitlesen, unterrichtsbegleitende Medien, Medien zur pädagogischen Professionalisierung
 
 
  • angemessenes Verhältnis von Medien zum Freizeitlesen und lernbegleitenden Medien
 
 
  • siehe Richtwerte*
 
 
  • angemessenes Verhältnis von Sachmedien und erzählenden Medien
 
 
  • je höher die Schulstufe, umso größer der Bestand an Sachliteratur*
 
 
  • Medien unterschiedlichen Anspruchs innerhalb der einzelnen Fachgebiete
 
 
  • wichtig für individualisiertes Lernen
 
 
  • Medien für Ausbildungs-, Berufs- und Lebensplanung
 
 
  • zur Begleitung der schulischen Berufsorientierung und Bildungslaufbahnberatung
 
 
  • Mindeststandard an Nachschlagewerken
 
 
  • Lexika, Handbücher, Monographien
 

 


* Richtwerte für den Bestandsaufbau und die Bestandserweiterung

 


Primarstufe
 


Sekundarstufe I
 


Sekundarstufe II
 


Anfangsbestand
 


3 Medien pro Schüler/in
 


5 Medien pro Schüler/in
 


5 Medien pro Schüler/in
 


Zielbestand
 


5-7 Medien pro Schüler/in
 


7-10 Medien pro Schüler/in
 


7-10 Medien pro Schüler/in
 


Verhältnis Sachliteratur zu erzählender Literatur [1]
 


50 % zu 50 %
 


60% zu 40 %
 


90% zu 10%
 


Anteil von Non-Books am Gesamtbestand [1]
 


10 %
 


20 %
 


20 %
 

 


[1] vgl. dazu auch die empfohlenen Richtwerte im Handbuch Schulbibliothek (Holderried 2018, S. 75) sowie die Empfehlungen der Kommission „Bibliothek und Schule“ des Deutschen Bibliotheksverbandes  (www.schulmediothek.de

 

 

Bestandsüberlegungen im Hinblick auf die VWA/DA

Vorwissenschaftliche Arbeit & Diplomarbeit

Für die Sekundarstufe II ist v.a. darauf zu achten, dass die Schulbibliothek ein breit gefächertes Literaturangebot (v.a. Sach- und Fachbücher sowie Zeitschriften) als Unterstützung bei der Themenfindung und -eingrenzung für die Vorwissenschaftliche Arbeit (AHS) bzw. Diplomarbeit (BHS) bietet. Ebenso braucht es eine gute Auswahl an Einstiegsliteratur in den einzelnen Fachbereichen (Überblickswerke, Fachlexika, Nachschlagewerke etc.), um Schüler/innen eine erste Orientierung im Themenbereich ihres Interesses zu ermöglichen.

Spezialliteratur und selten verlangte Werke sollten vorzugsweise in einer öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliothek (gegebenenfalls über Fernleihe) entlehnt werden.

Ein breites Angebot an E-Books und E-Zeitschriften bietet die AK-Bibliothek digital.
Die Benutzung ist kostenfrei und erfordert lediglich eine Registrierung in der AK-Bibliothek des jeweiligen Bundeslands.