Systematik


Gute Systematik schafft Orientierung

Die Systematik einer (Schul-) Bibliothek soll den Bestand nach einem einfachen, nachvollziehbaren Ordnungssystem gliedern. Sie ist ein wichtiges Mittel, um die Medien nutzerorientiert zu präsentieren und den Leserinnen und Lesern das Auffinden der Medien bzw. der gesuchten Inhalte zu erleichtern.

Eine gute Bibliothekssystematik ist somit die Grundlage für eine erfolgreiche Bestandsvermittlung. Folgende Anforderungen sind bei der (Weiter-) Entwicklung der Systematik einer Schulbibliothek zu beachten:

  • Sie ist leicht verständlich und folgt einem klaren Ordnungsprinzip.
  • Sie ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern, die gewünschten Medien bzw. die gesuchten Inhalte möglichst rasch und selbständig zu finden.
  • Sie bewirkt, dass Medien mit ähnlichen Inhalten bzw. Medien gleicher Art in räumlicher Nähe zueinander in den Regalen zu finden sind.
  • Sie ist bei Bedarf leicht erweiterbar.
  • Sie ist an neue Entwicklungen und Erkenntnisse angepasst.

 

Systematik als Wegweiser

Es gibt kein idealtypisches Ordnungssystem, das von allen Bibliotheken ohne Adaptionen übernommen werden könnte. Jede Schulbibliothek muss ihre Systematik den jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Oftmals liegt es nahe, die eigene Systematik an jene der nächstgelegenen Stadt- oder Gemeindebibliothek anzugleichen, damit den Schülerinnen und Schülern auch der Zugang zu den Medien der öffentlichen Bibliotheken erleichtert wird.

Zu bedenken ist, dass im Großteil der öffentlichen Bibliotheken die vom Büchereiverband Österreichs entwickelte Österreichischen Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ÖSÖB) zur Anwendung kommt.
 

Ziffern oder Buchstaben

Grundsätzlich folgen Systematiken entweder einer Ziffern- oder einer Buchstabenlogik. 

 

                 

Ziffernnotation 
(Dewey-Systematik)
 

Buchstabennotation
(ÖSÖB)
 

 

                 

636  Tierhaltung
636.7 Hunde
636.8 Katzen

NI.M  Haustiere
NI.MH Hunde
NI.MK Katzen

 

Es sind jedoch auch Kombinationen beider Notationsformen in Gebrauch.


 

Österreichische Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ÖSÖB)

Die ÖSÖB ist die in Österreichs öffentlichen Bibliotheken dominierende Systematik und liegt in einer vom Büchereiverband Österreichs (BVÖ) 2020 aktualisierten Version vor.

Die Systematik folgt einer Struktur, die es ermöglicht, die Medien sämtlicher Sachbereiche in der Bibliothek übersichtlich zu präsentieren. Gleichzeitig soll die Gliederung und Benennung der einzelnen Systematikgruppen aber auch für die Bibliotheksbenutzer/innen leicht nachvollziehbar sein, damit die selbständige Orientierung der Leser/innen in der Bibliothek und am Regal unterstützt wird. 

Die hierarschische Ordnung schreitet dabei vom Allgemeinen zum Speziellen fort. Je nach Bedarf kann zwischen einer kleinen Version (Verwendung der ersten beiden Buchstaben) und einer großen Version (bis zu fünf Buchstaben) gewählt werden. Für Schulbibliotheken wird im Allgemeinen eine Orientierung an der kleinen Version sinnvoll sein.

Der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) stellt die komplette Systematik mit sämtlichen Erläuterungen sowie einem Schlagwortregister und Suchfunktion auf seiner Homepage online zur Verfügung.

Online-Version der ÖSÖB

Ebenso gibt es unter Anwendungsregeln und Einführung weiterführende Informationen zu folgenden Bereichen:

  • Charakterisierung und Umfang der ÖSÖB
  • Inhaltliche Definitionen der Systematikgruppen
  • Erläuterungen zu den Systematiknamen
  • Information zu Schlagwörtern und Schlagwortketten
  • Allgemeine Anwendungsregeln

Zur Einführung und den Anwendungsregeln des BVÖ geht es HIER.
 


 


 

Für Grundschule und Sekundarstufe 1 (APS)

Für Schulbibliotheken in Volksschulen und an Allgemeinen Pflichtschulen wurde eine eigene Systematik entwickelt, die eine Mischung aus Buchstaben und Zahlen darstellt. Dadurch konnte das Ordnungssystem möglichst einfach gehalten werden, gleichzeitig ist jedoch eine hohe Flexibilität gegeben.

Download der Systematik APS
 


 

Für AHS und BMHS

Für den Gebrauch in Schulbibliotheken an höheren Schulen ist eine Systematik in Anlehnung an die Österreichische Systematik für Öffentliche Bibliotheken (ÖSÖB) zu empfehlen.

Die Buchstaben der ÖSÖB liefern Hinweise auf die jeweiligen Systematikgruppen bzw. deren Inhalte (z.B. NC = Natur Chemie, FS.E = Fremdsprache/Englische Schriften, GE.M = Geschichte Mittelalter). Daher ist dieses Ordnungssystem auch für Schülerinnen und Schüler leicht verständlich. Allerdings ist zu bedenken, dass die logische Verknüpfung von Buchstabenfolge und Inhalt nicht immer möglich ist (z.B. VB = Freizeit/Kreative Beschäftigung, Spiele, Feste, Hobbies).

Gliederungstiefe

Die Systematik lässt sich je nach Größe des Medienbestands in unterschiedlicher Gliederungstiefe einsetzen. Für einen kleinen Medienbestand kann mit einer 2-stelligen Systematik gearbeitet werden (Kleine Version). Größere Bibliotheken arbeiten mit einer Gliederungstiefe bis zur fünften Stelle, wobei nach der zweiten Stelle immer ein Punkt gesetzt wird
(z.B. KM.TT = Kunst.Musik/Tasteninstrumente).

Für Schulbibliotheken ist es empfehlenswert, zunächst von der kleinen Version auszugehen und schulspezifische Ergänzungen bzw. Adaptionen vorzunehmen. Die vollständige ÖSÖB umfasst rund 2800 Untergruppen. Durch den zwiebelartigen, hierarchischen Aufbau ist die ÖSÖB jedoch auf den Bestand jeder einzelnen Bibliothek gut anwendbar.